PSYCHIATRIE - FILME 
Malerei als LebenshilfeFilme.htmlshapeimage_1_link_0



















Eine Lebenskrise. Der Alltag ist nur noch dunkel und grau. Erinnerungen sind schmerzlich, und beim Nachdenken dreht sich alles im Kreis. In solch einer Situation kann das Malen helfen. – Zwei Betroffene berichten über ihre Erfahrungen.

Was man mit Worten nicht ausdrücken kann, übernehmen dann Pinsel und Farben. Die 40- jährige Petra Thomsen und der 64-jährige Wolf Wehling haben das erfahren.

Petra Thomsen
Es begann mit Depressionen. Ich hatte von Anbeginn eine Angststörung. Ich hab Alkohol missbraucht, ich hab Drogen genommen.

Wolf Wehling
Ich hab 30 Jahre lang in Paris und auch in der deutschen Großindustrie als Chefdesigner gearbeitet, immer auf der Überholspur gelebt, hab einen Herzinfarkt bekommen, hab das Warnzeichen nicht beachtet, habe Magenprobleme bekommen, hab die Warnzeichen nicht beachtet, immer weiter gearbeitet wie ein Wilder.
Wenn es mir früher schlecht ging, dann bin ich in die Firma gefahren und hab gearbeitet und das ist ein wunderbares Mittel, psychische Erkrankungen zuzudecken, in dem man sich ablenkt. Und diese Ablenkung hat irgendwann nicht mehr ausgereicht.
Ich konnte dann nicht mehr schlafen, ich konnte nicht mehr arbeiten, ich hatte keine Konzentration mehr und bin dann 2000 total zusammen gebrochen mit einem Burnout-Syndrom und schwersten Depressionen.
Das Malen ist für mich wirklich unglaublich wichtig. Auch wenn ich Stimmungsschwankungen hab und dann mich hinsetze und einfach male, dann ist das alles vergessen. Da habe ich gar keine Zeit irgendetwas Schlechtes zu denken.

Petra Thomsen
Gerade zu Beginn des Klinikaufenthalts ging es eben für mich auch erst einmal darum, innerlich zur Ruhe zu kommen, den Sturm aus dem Kopf zu kriegen und das ist mir am besten durchs Malen gelungen.

Wolf Wehling
In einem Bild habe ich mit Masken versucht darzustellen, wie ein Mensch in der Depression sein kann. Die Mehrzahl verschließt die Augen vor der Erkrankung, langsam oben links öffnet sich das Auge ein wenig und unten rechts blickt er erschreckt auf das, was ihm zugestoßen ist.
Die wirren Streifen haben eigentlich so die Bedeutung dieser Richtungslosigkeit, des Verwirrtseins. Und für mich ist es so und ich bin eigentlich das beste Beispiel dafür, dass man auch durch kreative Arbeit wieder gesund werden kann.

Petra Thomsen
Durch das Malen hab ich für mich eine Möglichkeit entdeckt, das raus zu lassen, was mir mit Worten nicht gelingt, wo ich einfach keine Worte für hab. Da ist so viel in meinem Kopf.
Da gibt es eine Sache: Actionpainting. Das ist etwas mit sehr viel Power und wenn ich die Farbe dann mittels Pinsel auf die Leinwand schlage, dann hat das manchmal vielleicht auch ein bisschen was Raues und Rohes, aber da kann ich auch das Schlechte abgeben. Ja, da kann ich das Schlechte irgendwie oder die negativen Gedanken rauslassen.
Und ich hab noch nie in meinem Leben eine Phase gehabt, die so lange so gut war.

Laufzeit: 5 Minuten

Berlin 2010

Sendung Himmel und Erde, rbb

http://www.rbb-online.de/himmelunderde





Redaktion: Manfred Suttinger

Kamera: Dirk Hilbert

Ton & Postproduktion: Osswald Krienke

Ein Fernsehbeitrag

von Andrea Rothenburg

Newsletter
hier bestellenmailto:info@psychiatrie-filme.de?subject=Newsletter%20bestellen
Malerei_als_Lebenshilfe_files/Aushang%20WsH%20Demo.jpg
DEMOMalerei_als_Lebenshilfe_files/Aushang%20WsH%20Demo_1.jpgMalerei_als_Lebenshilfe_files/Aushang%20WsH%20Demo_2.jpgshapeimage_5_link_0