PSYCHIATRIE - FILME 
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Die Hanfparade in Berlin, hier gehört Cannabis selbstverständlich dazu. Für viele Cannabis-Fans ist der Genuss ein Kavaliersdelikt oder sogar Teil der Lebenseinstellung. Noch nie wurde so viel gekifft wie heute.

Doch Cannabis ist alles andere als ein harmloses Rauschmittel: Es kann eine schizophrene Psychose auslösen.

Sandra Reimers hat das erlebt. Sie erinnert sich gut an die dramatischen Folgen.


Sandra Reimers

Meine erste Psychose habe ich kurz nach meinem 18. Geburtstag bekommen und das war ziemlich krass. Da war ich noch in der Schule und da habe ich schon angefangen, merkwürdig mit meinen Schulkameraden zu reden. Ich habe Pantomime gemacht und hatte wirklich diesen Größenwahnsinn da schon. Ich habe damals irgendwie gedacht, ich würde von Fettes Brot, so einer Hip Hop Band, irgendwie zum Star, zum neuen Bandmitglied ausgewählt werden und hatte auch versucht, mich mit denen in Verbindung zu setzen. Das war alles im Nachhinein bisschen dramatisch für mich und kam dann ins Krankenhaus.

Damals noch in die Jugendpsychiatrie, bin sechs Wochen da gewesen und irgendwie mehr oder weniger genesen, hatte dann auch Medikamente bekommen, Psychopharmaka und hatte das danach soweit eigentlich vergessen und verdrängt, also hatte mir jetzt keine Gedanken darüber gemacht, dass das jetzt was längerfristiges ist, was länger währendes, sondern hab gedacht: Gut, dass war jetzt irgendwie was Komisches, aber jetzt ist es vorbei.


Der Psychiater Dr. Ernstjürgen Rothenburg hat Sandra Reimers behandelt. Er beobachtet schon lange diese häufig unterschätzten Folgen des Cannabiskonsums mit Sorge.


Dr. Rothenburg

In den letzten zehn Jahren habe ich festgestellt, dass die Zahl der neu erkrankten Schizophrenen zugenommen hat. Diese Zunahme beruht auf einen Missbrauch von Cannabis.


Sandra Reimers

O-Ton: Ab der 2. Psychose ist dann auch ziemlich deutlich die Verbindung zum Kiffen klar geworden.  Das habe ich aber nicht wirklich ernst genommen.


Immer wieder musste sie in die Klinik und trotzdem griff sie immer wieder zum Joint.


Sandra Reimers

Abstinent bleiben fällt mir insofern schwer, als dass ich halt, wenn ich nüchtern durchs Leben gehe, sozusagen wenn ich nüchtern bin, dann merke ich so, wie Stück für Stück die ganzen verdrängten Geschichten, die ganzen verdrängten Probleme halt wieder auftauchen.


Was viele nicht wissen: Cannabis ist nicht mehr das gleiche Kraut wie früher. Die Konzentration des berauschenden Hauptwirkstoffs THC ist heute in Haschisch und Marihuana bis zu 10 Mal höher als noch vor 20 –30 Jahren.

Dazu kommt: Der klassische Joint wird immer öfter durch spezielle Rauchgeräte, wie z.B. die Wasserpfeife oder den so genannten "Bong" ersetzt. Dadurch erreicht der Wirkstoff das Gehirn viel schneller.


Dr. Rothenburg

O-Ton: Die gegenwärtige Sicht ist die, dass nicht jeder, der Cannabis raucht, eine schizophrene Erkrankung kriegt. Es können kurz dauernde Psychosen auftreten, die verschwinden, wenn der Patient kein Cannabis mehr raucht. Eine schizophrene Erkrankung wird aber dann ausgelöst, wenn eine gewisse genetische Bereitschaft vorhanden ist.


Sandra Reimers

O-Ton: Mein Leben habe ich mir mit Sicherheit anders vorgestellt. Jetzt mit fast 30 Jahren

hätte ich doch gerne schon irgendwie für mich selber was vorzuweisen: Mein Haus, mein Auto, mein Ehemann, meine Kinder. Das wäre auf jeden Fall eine bessere Alternative für mich, als das, was ich jetzt habe mit der Erkrankung und der Sucht und... klar.

Laufzeit: 5 Minuten

Berlin 2008

Sendung QUIVIVE, rbb





Redaktion: Susanne Faß

Kamera: Nadine Neuneier, Dirk Hilbert

Ton: Simon Begemann, Osswald Krienke

Postproduktion: Osswald Krienke

Ein Fernsehbeitrag

von Andrea Rothenburg

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