PSYCHIATRIE - FILME 
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Laufzeit: 5 Minuten 
Berlin 2015
Sendung Himmel und Erde, rbb

https://www.rbb-online.de/himmelunderde

Redaktion: Manfred Suttinger
Realisator: Andrea Rothenburg
Kamera: Robert Schneider
Schnitt: Anja Bach
Ton: Olaf Bublitz
http://www.rtl.de/news/rtl_aktuell_videohome.php

Ein Fernsehbeitrag

von Andrea Rothenburg

Sprecher:
Jeden Morgen verlässt Birgit Müller das Haus und fährt nicht zu einer regulären Arbeit, sondern zu einer Tagesstätte. Ihre Arbeit besteht darin, diszipliniert an sich selbst zu arbeiten. Man sieht ihr heute nicht mehr an, dass sie schwer alkoholabhängig war. Mit diesem festen Rahmen der Tagesstrukturierung gelingt es ihr, ihren Alltag abstinent bestreiten.
Mit ihrem alten Leben wird sie an fast jeder Straßenecke konfrontiert, Auch auf ihrem ihrem Arbeitsweg kommt die 46 jährige an vielen Kneipen und am Turmstraßenpark vorbei. Hier fing alles an. 

Birgit Müller:
Ich war halt Hausfrau und mein Mann halt arbeiten und irgendwann Haushalt hat mich selbst irgendwann nicht mehr so ausgefüllt und dann kam die Langeweile und dachte ich, setze ich mich mal hier in Turmstraßenpark hin und habe im Grunde genommen gehofft, dass ich jemanden kenne, war halt auch so, dass welche kamen, die ich kannte und so hat sich das Stück für Stück entwickelt. Dann heute mal ein Wodka und so hat sich das so hoch gesteigert bis ich zwei Flaschen brauchte am Tag. 

Sprecher: 
Und dann kam schnell eins zum anderen. Trennung, schwere Depression,   körperlicher Verfall, Krankenhausaufenthalt

Frau Müller:
Und im Krankenhaus lag ich dann mit der Bauchspeicheldrüse am Tropf und konnte nichts essen und keine Perspektive mehr und da wollte ich mich halt erhängen. Und Gott sei Dank sage ich heute kam eine Schwester durch Zufall und hat mich halt von dem Strang abgenommen und ab da ging es wieder aufwärts.

Sprecher:
Seit dem wird sie von der Tagesstätte Altas für chronisch Suchtkranke Menschen begleitet und ist auch ohne Alkohol stabil. Nach wie vor beginnt jeder Tag mit der Atemalkoholkontrolle.

Ein Teil ihrer Arbeit besteht aus der Herstellung von Schmuck. Im Hintergrund steht die Therapie, in der dann therapeutisch begleitet Fähigkeiten geschult werden. Die Arbeit erfüllt sie mit Stolz und auch zu Hause beschäftigt sie sich damit weiter.

Frau Müller:
Das lässt mich mein ganzes Umfeld vergessen. Das, was halt alles so im Kopf ist, das ganze Negative, das Kopfkino. Ja, könnte ich stundenlang dran sitzen und das macht viel Spaß.


Sprecher: 
Bei den Treffen mit ihrer Betreuerin kann sie die kleinen und größeren Probleme besprechen.

Frau Hoppe:
Meine Funktion als Bezugsbetreuerin ist die Unterstützung von Frau Müller. Ich kläre mit ihr Behördenangelegenheiten. Sie kommt zu mir mit ihrer Post. Ich schaue aber auch, ob es ihr sonst gut geht. Wir sprechen ein Mal in der Woche miteinander und ich horche so ein bisschen ab, wie es ihr geht.

Sprecher 
Viel Wert wird auch auf gesundes Essen gelegt, das die Besucher der Tagesstätte jeden Mittag selbst zubereiten.

Frau Müller:
Ich hätte nicht gedacht, dass ich diese ganzen Fähigkeiten habe. Zu Hause für mich allein koche ich nicht und hier macht es halt Spaß. 

Herr Schaper:
Mir persönlich macht es auch sehr viel Spaß, dass wir eine tolle Gesellschaft miteinander genießen, in dem wir auch nicht nur über die Schattenseiten des Lebens sprechen können, wozu auch die Suchtabhängigkeit gehört, aber auch sehr viel Freude erfahren können und das erlebe ich mit allen Besuchern Besucherinnen, egal in welchen gesundheitlichen Zuständen sie sich befinden.

Sprecher:
Mit der Tagesstrukturierung der Tagesstätte gelingt es Birgit Müller nun schon seit 4 Jahren, ihren Alltag abstinent bestreiten. 
In ihren schwierigen Zeiten hielt nur noch ihre Nichte zu ihr, die immer an sie geglaubt hat.

Nicole Pross:
Klar macht man sich Sorgen, wenn einer genau aus der Familie trinkt und vor allem die Situation, die man miterleben musste mit dem ganzen Zusammenbrauch und wie sie da dann lag und alles, aber ich wusste eigentlich schon immer, dass sie es schafft. Nach einer Zeit muss sie es schaffen, denn sie weiß ja, dass sie da raus muss und sie hat ja zum Glück auch zugegeben, dass sie alkoholkrank ist.
Ich bin total stolz auf meine Tante, dass sie es geschafft hat, weil ja nicht mehr alle an sie geglaubt haben und ich trotzdem immer bei ihr war und bei allem unterstützt, wie ich konnte. Ich würde meiner Tante wünschen, dass sie auch trocken bleibt, dass sie weiterhin so stark ist, wie sie jetzt ist.

Frau Müller:
Mein Wunsch ist halt, ich möchte einfach nur meinen inneren Frieden halt finden, meine Ruhe und so ein Stück weit vielleicht die alte Biggi werden, die ich früher mal war, aber nicht mehr so viel Depression und ja.

Birgit Müller:
Ich finde schon, dass sie schon so ein Stück die alte Biggi wieder ist, also: meine alte Tante, weil ich jetzt mit ihr über alles reden kann wieder wie früher. Bei allen Problemen zu ihr gehen kann und sie ist halt immer für mich da und das war in der Alkoholzeit natürlich nicht so. Deswegen finde ich schon, dass sie wieder die Alte ist.

Sprecher: 
Wenn Birgit Müller am Abend wieder nach Hause fährt, ist sie dankbar, dass sie wieder einen Tag ohne Alkohol geschafft hat. Sie weiß, dass das Eis, auf dem sie sich bewegt, immer noch dünn ist und sie weiterhin sehr gut auf sich Acht geben muss.
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